„Friedlichland – Ein Land nach unseren Vorstellungen“ Fahrt der BIK-Klasse in die KZ - Gedenkstätte Flossenbürg

Am 2. Februar haben wir uns um 7:50 Uhr in der Schule getroffen. Dann sind wir gemeinsam zur Bushaltestelle vor dem Haupteingang gegangen. Dort stand schon der Bus zur Abfahrt nach Flossenbürg bereit. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden, wir sind also gegen 10 Uhr in Flossenbürg eingetroffen. Nachdem wir ausgestiegen waren, schauten wir uns etwas um, betraten das Gebäude und warteten bis die Referenten eingetroffen waren und uns den Seminarraum aufsperrten. Im Seminarraum erwarteten uns ein Stuhlkreis und zwei Aufsteller. Nachdem wir Platz genommen hatten, baten uns die beiden Referenten, uns kurz vorzustellen. Nach dieser Vorstellungsrunde stellten sich auch die beiden Referenten, Julius und Mathias, vor. Sie führten uns dann in das Thema ein, das darin bestand, ein Land zu gründen und für dieses einen Namen zu wählen und schließlich Gesetze zu verabschieden. Es gab viele Vorschläge für den Namen und nach einer kurzen Diskussion haben wir für den Namen „Friedlichland" abgestimmt. Dann mussten wir die Gesetze verabschieden. Julius und Mathias haben uns hierbei mit vorgefertigten Fragebögen geholfen.

 

Anschließend sind wir rausgegangen und haben uns das Gelände angeschaut. Die Referenten haben uns erklärt, wo die Baracken der Häftlinge gestanden sind, wie alt sie waren, wie viele Leute im Konzentrationslager eingesperrt wurden und unter welch unwürdigen Umständen sie dort lebten.

 

Julius und Mathias führten uns dann in ein Gebäude, in dem wir einen großen Duschraum vorfanden. Der Satz „Wir haben nicht nur unsere Klamotten verloren, sondern unsere Seelen" geht mir nicht aus dem Kopf. Das war sehr beeindruckend. Wenn man nur den Satz gelesen hat, konnte man feststellen, wie die Leute sich gefühlt haben; sie haben sich wie Nummern gefühlt, weil ihnen die Kleidung weggenommen wurde und sie rasiert worden sind. Wir konnten die Gefühle der Leute spüren und nachempfinden wie schwierig es für sie war. Die Leute mussten viel durchmachen, sie hungerten und waren abgemagert, weil sie im Steinbruch arbeiten mussten und nur eine Scheibe Brot und etwas zum Trinken zum Frühstück bekommen haben. Zum Mittag gab es nur eine Suppe. Nach einem langen Arbeitstag durften sie nur eine Scheibe Brot essen. Sie konnten sich nicht regelmäßig waschen. Sie kamen aus verschiedenen Ländern und mussten die Nummern, die sie bekommen haben, auf Deutsch auswendig lernen, obwohl sie nicht Deutsch sprechen konnten. In jeder Baracke mussten mindestens 250 Personen leben, vier Personen mussten in einem Bett schlafen. Es war ungemütlich, sie konnten nicht schlafen, weil sie sehr hungrig waren. Deshalb sind auch viele von ihnen gestorben. Sie wurden geschlagen, erschossen oder erhängt. Wie schrecklich! Wir haben auch Fotos von Leuten gesehen, die diese im Lager bei ihrer Ankunft abgeben mussten. Wir konnten sehen, dass die Leute ganz normal waren – genau wie wir. Aber nur weil sie zu Minderheiten gehörten oder weil sie Gegner der Regierung waren, wurden sie eingesperrt und mussten hart arbeiten.

 

An den Rundgang durch das Gelände schloss sich eine kleine Mittagspause an. Nach der Pause haben wir die Arbeit fortgesetzt. Wir hatten während der Führung über das Gelände bereits Fotos mit Personen, die eingesperrt waren aber das KZ überlebten, erhalten. Auf der Rückseite der Fotos stand jeweils eine Erklärung, warum die Person eingesperrt worden ist. Wieder zurück im Seminarraum stellten wir die Schicksale dieser Häftlinge vor. Außerdem haben wir über das Thema „Liebe und Familie" diskutiert. Dies war der einzige Punkt, der, was unsere Gesetze in Friedlichland anbelangt, zu unterschiedlichen Meinungen geführt hatte. Nach einer angeregten Diskussion, die aber bewusst offen gehalten wurde, war unser Besuch zu Ende und wir fuhren mit dem Bus wieder zurück nach Straubing. Dort kamen wir schließlich gegen 16:30 Uhr an. Von diesem Besuch haben wir vieles gelernt und neue Erfahrungen gesammelt. Ich habe gelernt, dass jeder gleich behandelt werden muss.

 

Merry Nasoyan und Sulava Mardini, Klasse K 11

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Staatliche Berufsschule II

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