„Wir können positiv zusammenleben. Weitersagen!“

HIV/Aids-Präventionswoche vom 27. November bis 01. Dezember 2017 an der Mathias-von-Flurl-Schule.

 

Dieses Motto aufgreifend begrüßte der Leiter der Mathias-von-Flurl-Schule, OStD Werner Kiese, den  Sozialpädagogen Günter Edenhofer und dessen Mitarbeiterinnen des Landratsamt Straubing-Bogen sowie die teilnehmenden 90 Jugendlichen zusammen mit deren Lehren zur diesjährigen Eröffnungsveranstaltung der HIV/Aids-Präventionswoche an unserer Berufsschule. Jenes „positive Zusammenleben" mit HIV-infizierten Personen sei jedoch leider keine Selbstverständlichkeit, sondern diese Devise müsse jeder Einzelne als Aufruf und Anspruch begreifen. Tatsächlich habe die Behandlung des Immundefizienz-Virus (HIV) große Fortschritte gemacht. Umso mehr gilt es hierzulande, den Blick auf den Umgang mit infizierten Personen in den Blick zu nehmen, um auftretende Ausgrenzungen zu vermeiden und ein gelebtes Zeichen der  Solidarität zu setzen. Dabei könne diese Verbundenheit nicht an Landesgrenzen halt machen, auch Ländern, in denen die weitere Ausbreitung des HIV-Virus verbunden mit einer deutlich schlechteren medizinischen Versorgung eine akute Bedrohung für die Menschen darstellt, muss Sensibilität und Hilfe zuteilwerden, um ein weltweit „positives Zusammenleben" zu ermöglichen.

Die aktuelle Ausbreitung der Immunkrankheit war auch der Beginn des Vortrags von Diplom-Sozialpädagogen Günter Edenhofer, welcher den Kern der Eröffnungsveranstaltung bildete. So zeigt sich bei weltweit ca. 38.000.000 infizierten Menschen ein Ballung im Bereich der Subsahara, auffällig sei in den vergangenen Jahren jedoch eine zunehmende Zahl erkrankter Personen im osteuropäischen und zentralasiatischen Bereich. In der Bundesrepublik befinden sich circa 80.000 infizierte Personen.

Ausgehend von dieser Standortbestimmung lag der Fokus infolge auf den Übertragungsmöglichkeiten des HIV-Virus und des typischen Verlaufs der Erkrankung. Auf dieser Grundlage aufbauend erhielten die Schüler wertvolle Informationen über mögliche Anlaufstellen für Aids-Tests sowie Art, Dauer und Behandlung der Therapie in der Bundesrepublik. Deutlich wurde, dass mittlerweile – eine frühzeitige Erkennung vorausgesetzt - eine Therapie erfolgen kann, die im besten Fall ein Leben ohne größere Einschränkungen ermöglicht. So wurde gegen Ende zwei zentrale Schlussfolgerungen deutlich: Einerseits die Wichtigkeit der Testverfahren nach erfolgtem Risikokontakt, andererseits ein Umgang mit infizierten Mitmenschen, der das Thema der Veranstaltung ernst nimmt.

Mit dem Ende der Eröffnungsveranstaltung beginnen Workshops in insgesamt acht Klassen, deren Ziel es ist, die Auszubildenden über die Ansteckung mit dem HI-Virus und weiteren sexuell übertragenen Krankheiten detailliert zu informieren und sie für einen verantwortlichen Umgang mit Ihrer Sexualität zu gewinnen. An dieser Stelle ein herzliches Dank an Herrn Edenhofer und seinen Mitarbeiterstab, die diese verantwortungsvolle Aufgabe seit deutlich mehr als zehn Jahren durchführen.

Im Rahmen der HV/Aids Präventionswoche stand am Mittwoch den 29.11.2017 die Arbeit der Kinderaidshilfe Elowabeni im Mittelpunkt. Drei Klassen konnten den spannenden Vortrag von Frau Lisa Landes folgen, die eine Ausbildung zur Sozialarbeitshelferin im Kinderzentrum Elonwabeni machte.

In diesem Zentrum leben von HIV/AIDS betroffene Kinder. Entweder sind ihre Eltern an AIDS gestorben oder die Krankheit macht es ihnen unmöglich, sich um die Kinder zu kümmern. Dazu kommen große Armut, Arbeitslosigkeit oder Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit. Ziel ist es, die Kinder wieder in ihre Familien zurückzubringen oder sie bei den Großeltern oder in Pflegefamilien aufwachsen zu lassen.

Frau Landes, erzählte von ihrer Arbeit und ihren Eindrücken.

Insbesondere ihre Erlebnisse mit den Kindern und die Einzelschicksale der Betreuten erzeugte Betroffenheit bei den jungen Zuhörern.

Aids ist eine der größten Herausforderungen, mit denen die Menschen in Südafrika seit der Apartheit konfrontiert sind. HIV/AIDS ist nach wie vor ein Tabu – die Krankheit zerstört nicht nur den Körper; sondern raubt den Menschen auch Selbstwertgefühl und Würde.

In Elonwabeni, das in der Sprache der Xhosa „Ort des Glücklichseins" bedeutet, finden derzeit 25 Kinder, vom Säuglingsalter bis zu 14 Jahren Aufnahme. Unterstützt werden sie von Hausmüttern, Sozialarbeitern und Freiwilligen aus Deutschland. Obwohl die Sozialbehörde von Kapstadt inzwischen die erfolgreiche Arbeit von Elonwabeni finanziell unterstützt, ist das Zentrum weiterhin auf Spenden angewiesen, um dessen Fortbestand und dessen Weiterentwicklung zu sichern.

In diesem Sinne unterstütze unsere SMV die Kinderaidshilfe mit einer Spende in Höhe von 300,00 € aus dem Verkauf von AIDS-Schleifen.

wet2.jpg

Mathias-von-Flurl-Schule

Staatliche Berufsschule II

Straubing-Bogen

Stadtgraben 54
D-94315 Straubing

 

Tel. +49 (0) 9421 23811
Fax +49 (0) 9421 23884